Willkommen beim VFG e.V.

Gärten mit Geschichte - der Elstersteinpark

Veranstaltungshinweis

Datum: Sonntag, 19. August, 14:30 Uhr

Treffpunkt: Haus Elstersteinpark, Elversbergerstraße 51, gegenüber Kreiskrankenhaus, 66386 St. Ingbert

Route: ca. 2 Stunden langer Spaziergang durch den ehemaligen „Schlosspark“ unter Führung von Hans-Werner Krick, M.A.

Preis: kostenlos und dennoch nicht umsonst.

 

Anmeldung: nicht erforderlich. Weitere Infos erhalten Sie bei Hans-Werner Krick, M.A.

Telefon: 06894/38 47 47 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Schloss Elsterstein, Gartenseite. Gemalt 1968 von Oswald Hoffmann, Repro: M. Boecker

 

Zu einer ganz besonderen Zeitreise durch die Gärten mit Geschichte im Saarpfalz-Kreis laden der VFG (Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V.) und die Geschichtswerkstatt St. Ingbert ein: Einem Spaziergang über den Elsterstein in St. Ingbert.

Der Elsterstein mit seinem Schloss, das ja in Wahrheit „nur“ ein großes Herrenhaus inmitten eines wunderbaren Parks war, galt einst als Adresse, auf die man in St. Ingbert stolz war. Unübersehbar thronte das prächtige Haus über der Stadt, eine künstlich angelegte Sichtachse und eine Fontaine, deren Strahl höher war als das Schloss, lenkten alle Blicke zwangsläufig nach oben; dorthin wo die „Kraemersch“ residierten. Karl Uhl, der St. Ingberter Heimatdichter erinnerte sich noch, dass in der St. Ingberter Weltordnung der Herr Kraemer direkt nach dem Herrgott kam. Kein Wunder also, dass die so nahe am Himmel gebaut hatten.

Doch da nur die himmlische Ordnung Bestand hat, ist von der Pracht des Elstersteins wenig geblieben. Knapp hundert Jahre ist es her, dass die letzte „Schlossfrau“ verstarb und vor mehr als 50 Jahren wurde das Haus wegen Baufälligkeit abgerissen. An dieser Stelle steht jetzt das neue „Haus Elstersteinpark“, die DRK-Reha-Klinik samt Rettungsschule.

Der Waldpark, einige Jahre auch städtischer Volkspark, verfiel in einen Dornröschenschlaf. Stück für Stück verwandelte die Natur, die nun anstelle der Gärtner Regie führte, die alte Herrlichkeit in einen „Urwald“. Doch wer mit offenen Augen und Interesse sucht, der findet manche Spur. Hat man das Träumen noch nicht verlernt, lässt sich aus den Mosaiksteineinen ein fantastisches Bild mit ganz spannenden Möglichkeiten für die Nutzung des heutigen Elstersteins zusammensetzen.

Daher hat sich auch der Ortsrat St. Ingbert Mitte des Geländes angenommen und interessante Ideen entwickelt, von denen einige bereits in Ansätzen sichtbar werden: Der Wald wird wieder lichter, die Baumsubstanz durch gezielte Auswahl prächtiger und wertvoller. Aus den Resten des Kraemerschen Arboretums, einer Baumsammlung, entsteht wieder ein kleiner Hain mit Edelkastanien. Die Sichtachse wird wieder freigestellt, die Wege sollen verbessert werden, neue Sitzgelegenheiten mit interessanten Aussichten entstehen. Ganz im Sinne des Biosphärengedankens wird schonend und umweltverträglich gearbeitet. Schafe und vor allem Ziegen sollen die Flächen freizuhalten. Sie ersetzen künftig teure Handarbeit und laute Maschinen, zeigen gleichzeitig, dass St. Ingbert zu Recht urbanes Zentrum im Biosphärenreservat Bliesgau ist und es versteht, seine Ressourcen kreativ zu nutzen.

Lassen Sie sich von Hans-Werner Krick bei einem entspannten Sonntagsmorgenspaziergang in die Vergangenheit und vor allem die Zukunft des Elsterstein-Parks entführen. Erleben und entdecken Sie einen Teil der Visionen, Ideen und Möglichkeiten, die in diesem Areal für die Stadt, ihre Bewohner und Gäste versteckt sind. Und wenn das Wetter mitspielt, das Gras weiterhin so gut wächst und die Arbeiten wie geplant vorangehen, wird auch die „Elsterstein-Alm“ wieder besetzt sein und die Schafe mit ihren Lämmern sorgen für ein stimmungsvolles Ambiente.

 

Titelblatt des Gästebuches von Schloss Elsterstein

Repros aus dem Gästebuch der Familie Krämer, in dem sich die Gäste großer Empfänge verewigten. Mit freundlicher Genehmigung: Stadtarchiv St. Ingbert, Repros: Stadtarchiv St. Ingbert

Aktualisiert (Donnerstag, den 16. August 2018 um 21:27 Uhr)

 

Jahresprogramm 2018

 

Spaziergang durch die ehemalige Industriestadt St. Ingbert  (Datum steht noch nicht fest)

Etappe 2: Vom Bahnhof zur Grube

Treffpunkt: Eingang zum Bahnhof St. Ingbert, 66386 St. Ingbert

Dauer ca. 2,5 Stunden, leichte Wege, auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

 

Vom Bahnhof aus, St. Ingberts neuem Tor zur Welt, geht es vorbei an wichtigen ehemaligen und teils heute noch bestehenden Industrie- und Gewerbebetrieben und –bauten bis zur ehemaligen Steinkohlengrube, von der heute nur noch wenige Gebäude Zeugnis ablegen. Gleichwohl lässt dieser Spaziergang eine Ahnung von der einstigen Größe und Bedeutung der St. Ingberter Industrie aufkommen und macht gleichzeitig deutlich, wie sehr sich das Stadtbild und die Erwerbssituation in St. Ingbert in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben.

 

 

Sonntag, 22. April 2018, 10.30 Uhr

Waldpark Elsterstein

Treffpunkt: Haus Elstersteinpark, Elversberger Straße 51 in 66386 St. Ingbert (gegenüber Kreiskrankenhaus)

Parkplatz direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2 Stunden, leichte Wege, auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

 

Der Elsterstein hat eine bewegte Vergangenheit. Für ein gutes Jahrhundert war das Areal mit der großen weißen Villa, die das St. Ingberter Stadtbild krönte, in Privatbesitz und für die Öffentlichkeit tabu. Zutritt hatten nur geladene Gäste, die das große Tor benutzten, oder Handwerker, Lieferanten und Dienstboten, die sich am Kutscherhaus eine Passiererlaubnis, den „Derf-Schein“, ausstellen lassen mussten.

Erst als der ehemalige Herrensitz in städtischen Besitz kam, wurde der Privatpark zum Volksgarten und für jedermann zugänglich. Leider wurde die Parkanlage über Jahrzehnte nicht mehr gepflegt und allmählich wieder zum Wald. Jedoch zu einem ganz besonderen Wald, nämlich einem ohne wirtschaftliche Nutzung, sozusagen einem „Urwäldchen mit Erholungscharakter“ hoch über der Stadt, gleichzeitig auch zu einem Rückzugsgebiet für Vögel und viele Kleinlebewesen, die den sich selbst überlassenen Baumbestand als geeigneten Lebensraum entdeckten und schätzten.

Seit einigen Jahren wird der Elsterstein wieder neu in Wert gesetzt. Das Urwäldchen soll sich schrittweise in ein attraktives stadtzentrumsnahes Erholungsgebiet verwandeln, ohne seinen Wert als Biotop zu verlieren. Dabei geht man neue Wege, die gut zu der Idee des Biosphärenreservates Bliesgau passen und St. Ingbert helfen, sein grünes Potential als urbanes Zentrum dieses Biosphärenreservates zu unterstreichen.

Was alles auf dem Elsterstein war, ist und werden kann, das erfahren Sie bei einem interessanten Spaziergang mit Hans-Werner Krick

 

(zweiter Termin 2018: Sonntag, 19. August 2018, 14.30 Uhr)


Samstag, 26. Mai 2018, 14.30 Uhr

Englischer Garten beim Eisenwerk der Gebr. Kraemer

Treffpunkt: Tennisheim Rentrisch, Rentrischer Weg, 66386 St. Ingbert

Parkmöglichkeit direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2,5 Stunden. Stellenweise anspruchsvolle Wegeführung, Trittsicherheit, festes Schuhwerk und geeignete Kleidung werden empfohlen.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

 

Lange Zeit war er völlig in Vergessenheit geraten und selbst Insider wussten meist nicht, dass es in St. Ingbert einen der bedeutendsten Englischen Gärten in unserer Großregion gegeben hatte. Erst durch das wieder erwachte Interesse an der saarländischen Industriekultur und die zahlreichen Aktivitäten rund um die „Alte Schmelz“ wurden die Reste dieser wertvollen Gartenanlage wiederentdeckt. Leider erfährt das Areal noch immer nicht die Wertschätzung, die es verdient hat. Anstatt den Bestand an Wegen und Pflanzen und Bäumen zu schützen und ggf. langsam im Sinne eines erlebbaren Erinnerungsortes weiterzuentwickeln, wird ohne zwingende Notwendigkeit dieses wertvolle kulturelle Erbe zunehmend „verhaust und verwüstet“.

Die Gartenführungen des VFG sind derzeit die einzige Möglichkeit, unter fachkundiger Führung und Anleitung dieses bedrohte Kleinod zu entdecken und zu erleben.

(Zweiter Termin 2018: Sonntag, 16. September 2018, 10.30 Uhr)


Sonntag, 10. Juni 2018, 10.30 Uhr

Besuch der Werkssiedlung Alte Schmelz

Treffpunkt: Ehemaliges Konsumgebäude, Alte Schmelz 64, 66386 St. Ingbert

Großer Parkplatz direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2,5 Stunden, leichte Wege, auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

Das Eisenwerk der Gebrüder Krämer in St. Ingbert zählte für gut 100 Jahre zu den wichtigsten Eisen schaffenden und Eisen verarbeitenden Betrieben in unserer Region und war zudem lange Zeit mit bis zu 2.500 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Stadt.

Während vom einstigen Eisenwerk nur noch wenige Betriebsstätten erhalten und in Produktion sind, ist die Werkssiedlung, die zu den ältesten in unserer Region zählt, noch weitgehend erhalten. Da sie mittlerweile nicht mehr im Werksbesitz, sondern als Genossenschaft Eigentum der BewohnerINNEN ist, präsentiert sie sich in einem lebendigen und recht gut sanierten Zustand.

Nutzen Sie die Gelegenheit, gemeinsam mit Hans-Werner Krick dieses Kleinod zu entdecken. Da er als Gründungsmitglied der Genossenschaft und Bewohner der Siedlung deren Umwandlung und Wiederauferstehung hautnah miterlebt und mitgestaltet hat, kann er Ihnen viele Details und verborgene Schätze zeigen, die sie ansonsten vielleicht nie entdecken würden, da die Siedlung ein eher verborgendes Dasein führt und von sich aus wenig erzählt.


Sonntag, 8.Juli 2018, 10.30 Uhr

Auf den Spuren der ehem. Israelitischen Gemeinde St. Ingberts

Treffpunkt: Israelitischer Friedhof, Dr. Schulthess-Straße/Ecke Nordendstraße 66386 St. Ingbert. Großer Parkplatz direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2 Stunden, Wege auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

St. Ingberts einstige Israelitische Gemeinde, das ist eine Geschichte voller Widersprüche und Rätsel. Dem ersten Juden, von dem man weiß, dass er in St. Ingbert siedeln wollte, hat man das Haus abgefackelt, die letzten Juden, von denen man wusste, dass sie in der Stadt wohnten, hat man am helllichten Tag vor aller Augen und ohne hörbaren Protest der Mitbürger verhaftet und deportiert, um die Stadt judenfrei zu machen. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite: Zahlreiche jüdische Mitbürger gehörten zur „guten Gesellschaft“, waren erfolgreiche Unternehmer oder Geschäftsleute, begleiteten öffentliche Ehrenämter, waren Gründungsmitglied der ersten St. Ingberter Bank, fungierten als Mäzene.

Das alles gehört der Vergangenheit an. Geblieben sind eine Synagoge, die mittlerweile wieder religiösen (christlichen) Zwecken dient, eine wiederaufgebaute Friedhofsanlage, eine Vielzahl von Erinnerungen, mühsam durch eine Schülerarbeit erschlossen und von einem St. Ingberter Verleger der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Neuerdings Stolpersteine im Stadtbild, deren Anzahl langsam aber stetig zunimmt.

Unser Rundgang will an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern, die für eine kurze Weile in St. Ingbert wohnten und wirkten. Er wird zu einigen Stätten und Gebäuden führen, die an diese Menschen und ihr Schicksal erinnern können, wenn man ihre Vergangenheit oder Entstehung kennt.


Sonntag, 19. August 2018, 14.30 Uhr

Waldpark Elsterstein

Treffpunkt: Haus Elstersteinpark, Elversberger Straße 51 in 66386 St. Ingbert (gegenüber Kreiskrankenhaus)

Parkplatz direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2 Stunden, leichte Wege, auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

Details siehe oben 15. April 2018


Sonntag, 9. September 2018, 10.30 Uhr

Wo die St. Ingberter Bergleute wohnten

Treffpunkt: Kaufland St. Ingbert (Pfandannahme), Grubenweg 7, 66386 St. Ingbert, Großer Parkplatz direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2,5 Stunden, leichte Wege, auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

Vom Saarländischen Prämienhaus, von den Bergmanns-Kolonien und den Schlafhäusern haben fast alle SaarländerINNEN schon gehört und die Mustersiedlungen wie etwa Maybach, Von der Heydt oder Madenfelderhof haben unser Bild vom „Bergmannshaus“ weitgehend geprägt.

Doch das alles spielte sich im preußischen Teil des Saar-Revieres ab. Dass es auch im Bayerischen Staatsbergbau Entsprechungen gab, ist weniger bekannt. Gerade St. Ingbert, der Ort, in dem die lukrativste und modernste bayerische Staatsgrube angesiedelt war, verfügt über einen großen Bestand an „Bergmannshäusern“ und „Siedlungszeilen“, die die gesamte Ära des Steinkohlenbergbaus repräsentieren: Den Anfang machte das (abgerissene) Beamtenhaus in St. Ingbert Grube, heute Schnappach, gefolgt von den sogenannten „Steigerhäusern“ in der Rischbachstraße. Doch auch die Mines Domaniales und die Regie des Mines haben ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie die Saarbergwerke. Deren Mitarbeiter organisierten sich noch bis in die 1960er Jahren, als die St. Ingberter Grube schon längst geschlossen war, als Bergmanns-Bauvereine und errichteten mit Hilfe des Arbeitgebers zahlreiche Wohnungen, die noch heute das Stadtbild prägen, wenngleich sie nicht als „Grubensiedlung“ bekannt sind oder erkannt werden.

Dieser Spaziergang führt Sie zu den wichtigsten „Bergmannshäusern“ in St. Ingbert, die sich allesamt im unmittelbaren Umfeld der ehemaligen Bergwerksanlage befinden.

 


Sonntag, 16. September 2018, 10.30 Uhr

Englischer Garten beim Eisenwerk der Gebr. Kraemer

Treffpunkt: Tennisheim Rentrisch, Rentrischer Weg, 66386 St. Ingbert

Parkmöglichkeit direkt am Treffpunkt

Dauer ca. 2,5 Stunden. Stellenweise anspruchsvolle Wegeführung, Trittsicherheit, festes Schuhwerk und geeignete Kleidung werden empfohlen.

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

Details siehe oben 26. Mai 2018


Sonntag, 21.Oktober 2018, 14.30 Uhr

Zu Besuch in „Stiefe Garte“ – der Alte Friedhof in St. Ingbert

Treffpunkt: Eingang Dr. Schulthess-Straße 2, 66386 St. Ingbert

Dauer ca. 2 Stunden, leichte Wege auch für Rollis und Rollatoren geeignet.

Großer Parkplatz direkt am Treffpunkt

Eine Veranstaltung des VFG-Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V., geführt von Hans-Werner Krick, M.A.

 

Stiefe Garte“, so nannten die alten St. Ingberter ihren ersten städtischen Friedhof und spielten dabei auf eine „Marotte“ des Grabmachers und Friedhofswärters Stief an, der am Friedhofseingang direkt neben seinem Wächterhäuschen zwei kleine Blumengärtchen angelegt und gepflegt haben soll. Aus dem einstigen Gottesacker, dem Nachfolger der ursprünglichen Begräbnisstätte rund um die Engelbertskirche, ist im Laufe der Jahrhunderte ein kleiner Waldpark geworden mit vielen „letzten Ruhestätten“, aber auch zahlreichen ruhigen und erbaulichen Winkeln, die zum Ausruhen einladen. Ein Ort, an dem man mitten im geschäftigen Treiben der Stadt Ruhe und Abstand finden, nachdenken, seine Gedanken schweifen lassen kann oder beim Schlendern durch die Gräberreihen und über die teilweise aufgelassenen Grabfelder zahlreichen Erinnerungen an das „alte St. Ingbert“ begegnet.

Und damit bekommt der Garten „Geschichte“. Hier liegt, neben den „normalen“ St. IngberterINNEN nicht nur was Rang und Namen hat(te) in teilweise prachtvollen Gräbern bestattet, man findet auch zahlreiche Erinnerungen an eine Reihe von Ereignissen, an die man weniger gerne denkt: Grabstätten von ZwangsarbeiterINNEn, Opfer von Bombenangriffen, Soldatengräber aus drei Kriegen…

Wer genau hinsieht, entdeckt im Alten Friedhof sogar ein sozialgeschichtliches Stadtmuseum, das teilweise eine ganz eigene Sicht der Dinge vermittelt. So dürften sich etwa Oskar Krämer, der letzte Direktor des Eisenwerkes aus der Krämer-Dynastie und Hugo Dullens, der mutmaßliche Gründervater der St. Ingberter Sozialdemokratie, im Leben nie so nahe gewesen sein und nie so viele Gemeinsamkeiten gehabt haben wie im Tode: Sie liegen in unmittelbarer Nachbarschaft bestattet und beider Gräber verfallen allmählich, weil sie kaum noch gepflegt werden.

Erleben Sie bei einem Spaziergang mit Hans-Werner Krick durch „Stiefe Garte“ den Alten Friedhof in St. Ingbert und seine Geschichte einmal ganz anders und entdecken Sie dabei einen Ort, den sie so womöglich gar nicht kannten.

Aktualisiert (Freitag, den 13. April 2018 um 18:29 Uhr)

 
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